Tag Heuer – Fälschung und Original – Erkennungsmerkmale von Replikas

Im Internet kursieren etliche Webseiten auf denen es möglich ist Replikas von teuren Markenuhren zu kaufen. Da ich selbst gerne schöne Uhren trage ist es ein Thema was mich schon interessiert.

Einige Webseiten sprechen von sogenannten „Swiss Grade 1“ Uhren die 1:1 Kopien sein sollen, die optisch und vom Gewicht dem Original zu 100% ähneln. Die Frage ist nun, ist dies überhaupt möglich. Viele der teureren Replikas haben trotz der 100%igen optischen Übereinstimmung Mängel bei der Verarbeitung. So ist die Faltschließe bei einer von mir begutachteten Tag Heuer Carrera Replika schwergängiger als das Original. Bei der entsprechenden Uhr waren auch die Drücker für die Chronographen etwas schwergängiger. Bei Rolex Replikas ist es meist die Lünette die sich nicht so schön drehen lässt wie beim Original.

Zur Optik ist hingegen zu sagen, dass fast alle hochwertigen Replikas zu 100% identisch mit dem Original sind.

Die Ganggenauigkeit einer von mir getesteten Uhr mit Asia Valjoux 7750 lag bei 24 Sek / 24 Std bzw. 1 Sek pro Stunde. Wenn man bedenkt, dass die Toleranz bei dem ETA 2824-2 Kaliber -10/+20 Sekunden pro Tag beträgt ist dies meiner Meinung nach ein sehr guter Wert. Das Original 7750-Kaliber hat übrigens eine Ganggenauigkeit von -5/+5 Sek / 24 Std.

Vergleich des Originals mit der Fälschung einer silbernen Tag Heuer Carrera

Vergleich des Originals mit der Fälschung

Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Einfuhr und das Inverkehrbringen von gefälschter Markenware verboten ist der Besitz hingegen erlaubt. Eine gefälschte Uhr weiterzuverkaufen, egal ob als Original oder als Fälschung deklariert kann sehr kostspielig werden. Die Einfuhr einer solchen Uhr kann vergebens sein, da der Zoll die Uhr in vielen Fällen entdeckt und dann zum Hersteller schickt und dieser die Uhr anschließend vernichtet.

Bei der Tag Heuer Carrera kann das Original schnell erkannt werden, da die Uhr auf der Unterseite ein Sichtfenster besitzt und das gefälschte Kaliber schnell vom Original unterschieden werden kann (siehe Abbildung).

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6 Kommentare
  1. Simons Blog » Abercrombie Fälschungen - 10 Erkennungsmerkmale Sagt:

    [...] Zoll und Markenfälschungen auseinandersetze. Natürlich betrifft dies nicht nur Marken wie TAG Heuer oder Rolex sondern auch [...]

  2. Volker Sagt:

    Als Leihe kann man die Fälschung vom Original leider nicht auseinander halten und nur bei längerer Überprüfung kann man die Unterschiede feststellen. Es ist wirklich ärgerlich, wenn man sich eine wirklich teure Uhr kauft und im Nachhinein feststellen muss, dass es nur eine teure “Kopie” ist.

  3. Simon Sagt:

    Man sollte immer auf ausgefüllte Garantiekarten achten. Wenn die Garantiekarten in den Auktionen nicht abfotografiert sind einfach darum bitten. Vor dem Kauf unbedingt die Adresse des Händlers prüfen (auf den Webseiten von Omega gibt es bspw. ein solches Händlerverzeichnis).

    Ich habe beim Kauf einer Omega Seamaster sogar den Händler angerufen und die Seriennummer prüfen lassen, da ich herausgefunden habe, dass ein Jahr zuvor dort eingebrochen wurde. Also es gibt auch für den Laien vor dem uhrenkauf die Möglichkeit der Überprüfung.

    Einzig und allein bei Rolex ist es wirklich schwierig, da hier die Fälschung teilweise wahnsinnig gut sind. Übrigens auch die einzigen Fälschungen die es mit echtem Saphirglas gibt. Bei Rolex hilft daher nur der Blick unter die Haube. Da es kein Glasboden gibt wird nur der Rolexverkäufer abhilfe schaffen, wobei dieser die Fälschung konfeszieren darf und man dann am Ende ohne etwas dasteht.

  4. Jörg Hesselmann Sagt:

    Ein Türkeiurlaub hat mich zu dem Thema
    ,, Uhrenfakes ´´ gebracht. Ich selber trage das eine oder andere echte Stück. Bin aber kein Sammler oder Liebhaber.

    In der Türkei gibt es neben Textilien, Taschen, Lederwaren auch Uhren als Fälschungen ganz offen zu kaufen. Besonders bei Uhren, habe ich aber festgestellt, macht man besondere Unterschiede. Spricht man den Händler auf Schweizer Uhren oder ETA Werke an, führt er den Interessierten in einen anderen Raum. Siehe da -
    die Qualität der Fälschungen nimmt mittlerweile einen nie gesehenen Standard ein.

    Und es handelt sich dabei nicht nur um Rolex und Breitling. Das Saphirglas bei diesen Replcaten Standard.
    Für Preise von 500,00-1200,00 EURO erhält man
    sein gutes Stück.

    Im Übrigen, ich habe mir kein Andenken mitgebracht. Noch nicht. Es hat mich aber in den letzten Tagen sehr beschäftigt, wie die Kalkulation der Markenhersteller eigentlich aussieht. Omega und Co. kalkulieren mit bis zu
    60 % Kosten für Marketing. So kommen locker einige tausend Euro zusammen um die Uhr und die Marke weltweit zu promoten.

    Sicherlich fliesst viel Geld in die Entwicklung und auch sollte die Ingenieurleistung hier berücksichtigt werden.

    Fakt ist aber – es wird nicht die Präzession, das Design oder die Zweckmässigkeit gekauft.

    M.E. wird ein Statussymbol erworben. Das ist dann schlussendlich der Grund warum gefälschte Waren in diesem Umfang auf die Märkte strömt.

    Wenn man bereit ist, die o.g Preise für eine Fälschung zu bezahlen, glaube ich bekommt eine gute Uhr. Wie weit die Fälschung an das Original reicht weiss ich nicht. Interessiert mich aber auch nicht. Ich schaue dann eher auf´s Design.

  5. Simon Sagt:

    Die sogenannten Swiss Grade 1 Uhren von denen du sprichst Joerg, kommen allesamt aus China und man kann diese dort fuer 100 bis 150 Eur kaufen, je nachdem welches Kaliber.

    ETA-Werke werden in keinem der Faelle verbaut, Swatch hat den Export dieser Uhrwerke nach China stark eingeschraenkt und ein ETA 7750 kostet im Einkauf bereits ca. 200 Euro was den Einsatz in chinesischen Uhren unmoeglich macht.

    Die Uhren in tuerkischen Boutiquen wie z.B. in Side sind selten von dieser hohen Qualitaet. 500-1200 Euro fuer eine Faelschung auszugeben die kein Saphirglas hat und wenn ueberhaupt nur wenige Meter wasserdicht ist ist Wahnsinn. Hinzu kommt, das quasi kein Uhrmacher die Uhren anfaesst was im Falle einer anstehenden Revision dazu fuehrt, dass die Uhr nutzlos wird.

    Warum kein Saphirglas? Die Frage ist einfach zu beantworten. Die TAG Heuer bspw. hat ein stark gewoelbtes Glas durch das mann, auch von einem sehr steilen Winkel noch optimal hindurchschauen kann. Bei der Faelschung dieser Uhr wird daher ausschliesslich Mineralglas verwendet. Bei den Rolexfaelschungen wird zudem in fast allen Faellen das Gehaeuse der Submariner genommen, unabhaengig ob es sich um eine Faelschung der Sea-Dweller oder Yachtmaster handelt.

    Jeder Uhrenkenner erkennt eine Replik (ausser die Rolex Submariner) ohne wirklich nach rankommen zu muessen. Ich erkenne Faelschungen mittlerweile wenn jemand im Restaurant neben mir sitzt.

  6. Jörg Hesselmann Sagt:

    Da habe ich aber anderes in der Türkei gesehen.
    Wieso sollte ETA keine Werke mehr verkaufen. Gehen doch jede Menge dieser Teile nach Italien oder in die Türkei. Mir ist ein Preis von 100,00 Euro zu Ohren gekommen. Wird im Übrigen auch in anderen Foren bestätigt.

    Wie ich gehört habe, sollen recht viele Prominente diese Replicas tragen. Auf Fotos habe ich einige Promis erkannt die zusammen mit dem Händler fotografiert wurden.

    Das mit dem Saphirglas ist mir nicht so wichtig.

    Ob ein Uhrmacher die mir reinigt, in Gang setzt oder nicht ist mir ebenfalls recht unwichtig.

    Warum? Eine Revision meiner Omega hat vor 2 Jahren 350,00 gekostet. Dafür bekomme ich dann fast wieder einen neuen schönen gefälschten Ticker. Bis dahin sind die Fakes noch besser geworden.

    Wie gesagt ich bin kein Sammler oder Liebhaber.

    Und ob der Nebenmann im Restaurant bemerkt, dass es sich um eine Fälschung handelt ist mir ebenfalls egal. Ich wollte ja kein Statussymbol sondern nur eine schöne Uhr.

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