Kinderpatenschaft in Afrika

Was ist eine solche Patenschaft?

Afrikanische Kinder in der Schule - Ghana

Diverse Hilfsorganisationen werben in den Industrienationen um Gelder für Kinderpatenschaften in dritte Welt Ländern wie Afrika oder Indien.

Ein Pate überweist jährlich einen Betrag von ca. 200-400 Euro, mit denen ein Kind, dessen Familie oder die gesamte afrikanische Dorfgemeinschaft unterstützt wird. Eine solche Patenschaft deckt z.B. Kosten wie Gesundheitsversorgung und Schulbildung ab.

Kinder in Afrika

Eine solche Kinderpatenschaft läuft in der Regel über mehrere Jahre. Die Hilfsorganisation stellt einen, meist schriftlichen Kontakt, zwischen dem Kind und dem Paten her und informiert den Paten regelmäßig über die Entwicklung des Kindes. Durch die dadurch entstehende persönliche Komponente halten Kinderpatenschaften meist sehr lang und sind eine stark werbewirksame Form des Spendensammelns.


Kritik

Betrachtet man die durchschnittliche max CPC bei Google Adwords von ca. 7,50 € und eine durchschnittliche Conversionrate von 4% so sind Provisionen/Werbekosten zwischen 100 und 200 € bei Abschluss einer Kinderpatenschaft wahrscheinlich mehr als üblich. Bedenkt man nun was die Hilfsorganisation sonst noch tun muss:

  • Kinder fotografieren, katalogisieren und den potenziellen Paten vorstellen
  • In aktuellen Abständen “Reports” an den Paten über die Entwicklung des Kindes schicken um diesen an der Stange zu halten (dies schließt Recherchearbeit mit ein).
  • Immer darüber informiert sein wo das Geld bleibt
Afrikanische Kinder nach dem Essen

Ich finde diese Art der Unterstützung irgendwie pervers und sehr verwestlicht. Man sucht sich einen persönlichen Kontakt, da man das Elend sonst nicht sieht. Sterben viele Menschen, die man nicht kennt, berührt einen das weniger als wenn eine Person stirbt, die man nur entfernt kannte. Die Dokumentation der Entwicklung und Schulleistungen des Kindes gefällt mir ebenfalls nicht aber ist vermutlich notwendig um die Bindung zwischen Pate und Kind nicht zu gefährden. Sollte ich persönlich einmal genug Geld haben um es spenden zu können dann werde ich direkt und ohne Umwege z.B. an ein Kinderheim Geld überweisen. Dies geht übrigens auch wenn sich dieses Heim im Ausland befindet. Mit Western Union bspw. ist es möglich weltweit Bargeldtransfers durchzuführen.

Geschrieben in Sonstiges | 8 Kommentare » SEO News

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8 Kommentare
  1. Marius Sagt:

    Als entwicklungspolitisches Instrument, zumindest als seriöses, hat die EINZELkinderpatenschaft ausgedient. Es ist heutzutage lediglich eines der erfolgreichsten Werbe- und Marketingmittel. Ein Vorteil für die geförderten Kinder ist nur selten zu erkennen. Eine gemeinschaftliche Entwicklung wird konterkariert. Die Auswirkungen auf die geförderten Kinder selber erwiesen sich als katastrophal.

  2. Simon Sagt:

    *totally-agree*

    hier ist auch ein interessanter Beitrag dazu:
    http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,357775,00.html

  3. Matthias.S. Sagt:

    Man kann diese Art der Unterstützung als “pervers” empfinden, nur ist das meiner Meinung nach eine recht egozentrische Ansicht. In allgemeinen ist der Mensch als soziales Wesen auf persönliche Kontakte, auf ein Gesicht, ausgerichtet. Zahlen haben aber kein Gesicht. Man kann das als oberflächlich bezeichnen, aber wem geht denn der Verlust einer bekannten Person nicht näher als die Nachricht von z.B. tausend Toten im Kongo…das ist menschlich, und realität. Wenn man diesen Ansatz bedenkt und mal von seinem hohen Ross herunter kommt, halte ich die Idee Entwicklungshilfe persönlicher zu gestalten erstmal für sehr gut. Es geht ja darum Geld von Leuten zu bekommnen die andernfalls gar nicht, weniger, oder eben nicht über längere Zeiträume spenden würden! Es geht also darum etwas zu erreichen, und nicht darum moralisch überlegen zu sein.
    Zu der Kritik des Aufwandes und der Kosten: Ich hatte mal ein Patenkind bei Worldvision. Meines Wisssens bekommt man am Anfang, und dann einmal jährlich das Projekt vorgestellt (Projekt bedeuted also EIN Aufwand für viele Spender), und einmal jährlich einen Bericht über das Kind. Ansonsten gab es einen Briefkontakt, in dem z.B. Zeugnissnoten und Hobbys usw. genannt worden. Man muss wissen dass WW dezentrale Büros in den jeweiligen Regionen betreibt, als bereits vor Ort ist um Projekte zu leiten. Ein Foto machen einmal im Jahr, einen Brief schreiben, alle paar Monate ist da glaube ich kein all zu großer Aufwand, sowas kann auch die Lehrerin vor Ort…Wenn dadurch die Patenschaft verlängert wird, rechnet sich das, denke ich.
    Zu den Google-Adwords: Da musst Du Dir nur mal die Kommentare weiter unten anschauen, und schon bekommt man erhebliche Zweifel an den genannten Zahlen, aber selbst wenn das zustande kommen einer Patenschaft wirklich 200€ kosten sollte, dann muss man die durchschnittliche länge einer Patenschaft berücksichtigen. Das würde mich interessieren. Ein Patenschaft bei WvV, kosstet ja ca. 360€ pro Jahr, wenn Du Dir die Zuwachsraten bei dieser Organistation anschaust, scheinen sie ja in ihrem Marketing (das braucht man nunmal um Geld zu bekommen…) ganz gut zu arbeiten…Also man kann da viele Kritikpunkte abarbeiten, und unterschiedlicher Meinung sein, aber nur das Marketing zu kritisieren finde ich etwas oberflächlich.
    Schönen Gruß. Matthias.

  4. Grit Sagt:

    Also,ich habe zwei Pteninder über zwei Organisationen,die nicht christlich sind(war mir wichtig).Diese Organisationen machen vorwiegend Gemeindearbeit,bzw.unterstützen Waisen.Ich denke,dass Kinderpatenschaften für die Organisationen ein guter Weg sind,um dauerhaft Geld einzunehmen,und man unterstützt ja icht nur das eine Kind,sondern auch dessen Familie,bzw.Umfeld.
    Viele Organisationen arbeiten auch nach “HIlfe zur Selbsthilfe”

  5. Bodo Sagt:

    Ich habe ein Patenkind in Indien. Ist schon mein zweites. Man sollte froh sein, das die Kinder, die man unterstützt, die Lehrer von morgen sind und ihre Erfahrungen dann an andere Kinder weitergeben können. Aber in den westlichen Ländern ist sich ja selbst jeder der nächste. Das finde ich schade. Ich bin jedenfalls happy, einem Kind dort zu helfen, da ich vorhabe, in ein oder zwei Jahren selbst nach Indien auszuwandern um Kindern dort zu helfen.
    Bis dahin

  6. Jenni2007 Sagt:

    Das Argument von wegen “wenn ich Geld habe gebe ich es einem Kinderheim” ist Unsinn. Das mag vielleicht bei uns funktionieren aber in Ländern wie Afrika, wo die Korruption vorherrscht ist sich jeder selbst der Nächste. Geld wird übergeben und behalten, leider hat es dann nur die Person welche das Geld überwiesen bekommen hat. Waisenkinder sehen keinen müden Euro !!!!!
    Ich finde Patenschaften toll und ich bin am überlegen ob ich auch eine übernehme!

  7. Brit Sagt:

    Eine Patenschaft ist sicher nicht die effektivste Art nachhaltige Entwicklungshilfe zu leisten, aber auch nicht die schlechteste. Denn dabei wird- trotz aller Nachteile – zumindest einem Kind die Chance auf eine selbstständige Zukunft durch ausreichend Bildung gegeben. Sicher kostet der Verwaltungs- und Kontrollapparat. Aber ich denke, dass genau diese werbewirksame Dokumentationspflicht auch etwas dazu beiträgt, dass die Gelder nicht zweckentfremdet werden.
    Entwicklungshilfe hat leider immer auch eine Kehrseite. Nachhaltige Hilfe, ohne jeglichen negativen Effekt gibt es leider nicht.
    Wir haben das Glück, einen Entwicklungshelfer in der Familie meines Mannes zu haben, der vor Ort arbeitet. So stellt sich die Frage nicht, welche Organisation wir unterstützen.
    Ich finde nur bevor Du andere Menschen die zumindest einen kleinen Beitrag leisten kritisierst, solltest Du erst selbst etwas tun. Ich konnte selbst als Studentin, bei chronisch knapper Kasse immer etwas geben.

  8. roesslerj Sagt:

    >Sollte ich persönlich einmal genug Geld haben um es spenden zu können

    Was soll den das heißen? Wann hast Du den Deiner Meinung nach “genug Geld”? Nach der aktuellen Homecinema-Anlage? Nach dem 1. Haus? Nach dem 2.?

    Genug Geld hat man wenn man immer was zum Essen, was einfaches zum Anziehen, medizinische Versorgung und einen sicheren Platz zum Schlafen hat — in Deutschland also IMMER.

    Alles andere ist Luxus, und jeder muss selbst entscheiden, wie viel er davon braucht, bevor er “genug Geld” hat um es spenden zu können. Das ist ja ok, ich möchte hier niemanden Kritisieren — nur sollte man wenigstens dazu stehen, wenn man egoistisch ist. Ich stehe dazu, ich könnte auch wesentlich mehr spenden. Aber bei Dir hört sich das an, als sollten wir zuerst Dir was schicken…

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